Wenn man hört, dass man bald ein Erstgespräch in einer Wohngruppe hat kommt vielleicht Freude, Angst und Zweifel hoch. Man weiß nicht, was auf einen zukommt. Viele fangen dann an, sich auf den sozialen Medien Videos anzugucken, die meistens dramatisch oder übertrieben das Leben in Wohngruppen darstellen. Das sorgt natürlich nur für mehr Zweifel darüber, wie das Erstgespräch wird.
Damit ihr euch eine reale Vorstellung machen könnt, erzähl ich euch von meinem Erstgespräch beim Brüggenest.
Damals bin ich mit der Unterstützung meiner Therapeutin und einem Sozialarbeiter zum Termin gefahren. Ihr könnt euch bestimmt denken, wie nervös ich war. Die Nervosität verflog aber sehr schnell, da wir sehr liebevoll begrüßt worden sind. Direkt da merkte ich, dass dieses Gespräch nicht schlimm wird. Nach ein paar organisatorischen Dingen bekamen ich und meine Therapeutin die Chance, etwas von mir und meiner Vorgeschichte zu erzählen. Alle Beteiligten waren sehr respektvoll und haben aufmerksam zugehört, was mir das Gefühl gab, dass ich von Leuten umgeben bin, die mich verstehen und die Situation ernst nehmen.
Danach wurde mir der Alltag und die Arbeit im Brüggenest erklärt und welche Ziele man erarbeiten kann. Als alles besprochen und erklärt worden war, hatte ich auch noch die Möglichkeit die Gruppe anzugucken.
Meine Nervosität stieg wieder sehr schnell, weil ich echt Angst davor hatte, wie die Mädchen reagieren werden, wenn sich da jemand deren zuhause anguckt und vielleicht sogar einzieht. Am Haus angekommen. Auch diese Nervosität verschwand sehr schnell, da die Mädchen alle sehr willkommen und einladend waren, das Haus anzugucken. Ich hatte dann die Chance mir zwei Zimmer anzugucken und war positiv überrascht. Sie sind sehr liebevoll und personalisiert eingerichtet und sind wie normale Zimmer. Das hatte ich mir ehrlich gesagt anders vorgestellt. Am Ende haben wir uns verabschiedet und ich ging mit einem guten Gefühl.
Das Fazit aus der Sache ist, dass für jeden ein Erstgespräch anders sein kann und man sich vielleicht nicht so unbedingt irgendwelche Videos davor angucken sollte. Man muss sich darauf einlassen können und sich ein eigenes Bild machen, um zu wissen, ob die Gruppe zu einem passt oder nicht. Wichtig ist es auch, sich nicht so viel Druck zu machen und nur das zu erzählen, was man möchte. Das ist auch nicht schlimm, nicht alles beim Erstgespräch zu erzählen, da es ja beim Gespräch darum geht sich kennenzulernen.