Der erste Eindruck von Kat

Mein erster Eindruck von der Wohngruppe war, dass es ein schönes großes Haus ist. Ich habe mich schnell in die Hängematte im Wohnzimmer verliebt und gleich wohlgefühlt. Ich sagte auch gleich zu meinem Jugendamt, dass sie mich gleich hierlassen können. Auch die Kaninchen, die mit bei dem Haus wohnen fand ich gleich toll. In der Anfangszeit, als ich in die Gruppe eingezogen bin, war es für mich erst schwer. Dies legte sich aber schnell und ich habe mich schnell wohlgefühlt. Ich kann sagen, dass es hier so ist wie in einer Familie, man streitet sich auch mal mit den Mädchen, aber man verträgt sich auch schnell wieder. „Aber jeder Anfang kann ja schwer sein“ Ein kleiner Tipp von mir, das Essen ist hier das beste der Welt.

Erstgespräch A., 17 Jahre

Wenn man hört, dass man bald ein Erstgespräch in einer Wohngruppe hat kommt vielleicht Freude, Angst und Zweifel hoch. Man weiß nicht, was auf einen zukommt. Viele fangen dann an, sich auf den sozialen Medien Videos anzugucken, die meistens dramatisch oder übertrieben das Leben in Wohngruppen darstellen. Das sorgt natürlich nur für mehr Zweifel darüber, wie das Erstgespräch wird. Damit ihr euch eine reale Vorstellung machen könnt, erzähl ich euch von meinem Erstgespräch beim Brüggenest. Damals bin ich mit der Unterstützung meiner Therapeutin und einem Sozialarbeiter zum Termin gefahren. Ihr könnt euch bestimmt denken, wie nervös ich war. Die Nervosität verflog aber sehr schnell, da wir sehr liebevoll begrüßt worden sind. Direkt da merkte ich, dass dieses Gespräch nicht schlimm wird. Nach ein paar organisatorischen Dingen bekamen ich und meine Therapeutin die Chance, etwas von mir und meiner Vorgeschichte zu erzählen. Alle Beteiligten waren sehr respektvoll und haben aufmerksam zugehört, was mir das Gefühl gab, dass ich von Leuten umgeben bin, die mich verstehen und die Situation ernst nehmen. Danach wurde mir der Alltag und die Arbeit im Brüggenest erklärt und welche Ziele man erarbeiten kann. Als alles besprochen und erklärt worden war, hatte ich auch noch die Möglichkeit die Gruppe anzugucken. Meine Nervosität stieg wieder sehr schnell, weil ich echt Angst davor hatte, wie die Mädchen reagieren werden, wenn sich da jemand deren zuhause anguckt und vielleicht sogar einzieht. Am Haus angekommen. Auch diese Nervosität verschwand sehr schnell, da die Mädchen alle sehr willkommen und einladend waren, das Haus anzugucken. Ich hatte dann die Chance mir zwei Zimmer anzugucken und war positiv überrascht. Sie sind sehr liebevoll und personalisiert eingerichtet und sind wie normale Zimmer. Das hatte ich mir ehrlich gesagt anders vorgestellt. Am Ende haben wir uns verabschiedet und ich ging mit einem guten Gefühl. Das Fazit aus der Sache ist, dass für jeden ein Erstgespräch anders sein kann und man sich vielleicht nicht so unbedingt irgendwelche Videos davor angucken sollte. Man muss sich darauf einlassen können und sich ein eigenes Bild machen, um zu wissen, ob die Gruppe zu einem passt oder nicht. Wichtig ist es auch, sich nicht so viel Druck zu machen und nur das zu erzählen, was man möchte. Das ist auch nicht schlimm, nicht alles beim Erstgespräch zu erzählen, da es ja beim Gespräch darum geht sich kennenzulernen.

L. 16 Jahre

Zu Beginn hat man vielleicht Angst, man ist aufgeregt, es ist vielleicht etwas ganz Neues. Es sind Fremde, die man hier kennenlernt. Aber lasst euch gesagt sein, die Betreuerinnen sind toll, sowohl sie wie auch die anderen Mädchen werden euch willkommen heißen und mit offenen Armen empfangen. Lasst sich darauf ein, auch wenn es ungewohnt und am Anfang schwer sein kann. So möchten hier alle nur das Beste für dich. Und egal, was du suchst, ob Freunde, Familie oder ein sicheres Zuhause, hier findest du es. In deinem Erstgespräch setzt ihr euch zusammen. Die Hausleitung eines der Häuser, die pädagogische Leitung sowie die vertretene pädagogische Leitung. Das Gespräch ist nichts weiter als eine formelle Verabredung zum Kennenlernen. Du wirst jede Menge Fragen gefragt, wobei du keine falschen Antworten geben kannst. Denn deine Antworten werden nicht bewertet oder ähnliches. Selber darfst du auch viele, viele Fragen stellen, welche dir genauso ehrlich beantwortet werden, wie du die dir gestellten Fragen beantworten solltest. In diesem Gespräch geht es darum, zu schauen, ob und in welche Gruppe du passen könntest. Seist du dann kompatibel, in Augen der Erwachsenen, hast du bestimmt auch die Möglichkeit, die Gruppe kennenzulernen. Und wenn alles passt, kannst du einziehen. Dann beginnt deine Eingewöhnungszeit. In der Eingewöhnungszeit, welche meistens vier bis sechs Wochen dauert, manchmal kürzer, selten länger, darfst du noch nicht alleine raus, außer für die Schule. Es geht darum, dass du erst mal ankommst. In der Zeit am Anfang wird dir sehr viel geholfen, gerade bei Pflichten wie Küchen oder Baddienst. Durch die Eingewöhnungszeit mussten alle durch. Es ist nervig, wenn man nicht alleine raus darf, aber man kann Gruppenaktivitäten vorschlagen oder bei Regen einen Filmmarathon machen. Außerdem gibt es danach umso mehr Freiheiten und persönliche Absprachen.

C. – Mein Erstgespräch

Ich bin in den Hüls gekommen und hatte im Gesprächsraum im Keller mein Erstgespräch. Dabei habe ich mich hinter meiner Mutter versteckt, weil ich einfach schüchtern war. ich fand es toll, dass ich es mir angucken konnte. Dann sind wir in die Labrü gefahren und ich habe mir das Haus angeguckt. Mir wurde der Garten gezeigt, die Zimmer und auch die Küche und der Essbereich. Dadurch dass die zusammen sind, habe ich auch das Wohnzimmer gesehen. Was ich am besten fand, war die Hängeschaukel im Wohnzimmer. Dann sind wir wieder in den Hüls und haben noch mal gesprochen, wie ich es fand und ich habe gesagt, dass ich das toll fand und gerne hier wohnen möchte. Danach haben wir uns verabschiedet und sind nach Hause gefahren. Jetzt wohne ich 4 Jahre hier und es ist echt toll.

Ein Samstag in Kielburg (A. 10 J. und C. 12 J.):

Du kannst um 8:30 Uhr aus deinem Zimmer kommen und dann geht’s direkt zum Frühstück mit Cornflakes und Saft. Dann müssen wir Zähneputzen und es ist Spielzeit, bis es in die Übergabepause geht. Nach der Pause machen wir Morgenrunde, in der wir erzählen, was wir am Tag machen wollen. Wir machen unsere Samstagsdienste und können dann unsere Medien nutzen. Bis zum Mittagessen haben wir dann Zeit zum Spielen. Um 14:00 Uhr gibt es Mittagessen, es hat immer ein Mädchen Küchendienst und kocht mit der Betreuerin zusammen. Nach dem Essen gehen wir alle in die Pause. Um 16:00 Uhr machen wir dann Teepause, da essen wir die Süßigkeiten aus unserer Dose oder machen Waffeln. Bis zu unsere Duschzeit haben wir Freizeit, da kann man draußen auf dem Trampolin, im Pfahlhaus, auf den Turnstangen oder Schaukeln spielen. In der Gruppe kann man mit Playmobil, den anderen Mädchen oder Betreuerinnen spielen. Jedes Mädchen hat seine feste Duschzeit, zu der es Duschen geht. Nach dem Duschen gibt es Abendessen. Nach dem Abendbrot ist noch eine Pause, in der müssen wir unser Zimmeraufräumen. Am Abend gibt es Chips und wir können unsere Medien nutzen, bis wir ins Bett gebracht werden.

S. (9 Jahre) über die Ferienfreizeit:

In der Ferienfreizeit fahren wir jedes Jahr zwei Wochen weg. Fahren in den Urlaub, da erleben wir Kinder ganz viele tolle Sachen. Zum Beispiel fahren wir ins Schwimmbad, fahren in einen Tierpark, in einen Naturpark oder in einen Freizeitpark mit Achterbahnen. Zuerst fahren wir mit den Autos zu unserem Ferienhaus und packen alles aus. Dann wird entschieden welches Mädchen auf welches Zimmer geht und wir erkunden das Grundstück. Es sind immer zwei Betreuerinnen mit auf Ferienfreizeit, da erleben die Kinder ganz coole Sachen. Wir dürfen Spielzeuge und Kuscheltiere mitnehmen und natürlich unsere Medien. Auch unseren CD-Player dürfen wir mitnehmen, falls jemand nicht ohne einschlafen kann. Das Haus ist genau richtig damit wir uns alle wohlfühlen. Wir fahren mit dem Touran und dem Bulli auf Ferienfreizeit, damit wir auch alles mitnehmen können. Wenn jemand Angst im Dunkeln hat, haben wir Nachtlichter die helfen können. Also braucht man keine Angst zu haben. Die Ferienfreizeit ist immer ganz besonders schön. Ich liebe die Ferienfreizeit!

Mein Mittwoch im Hüls während der Schulzeit

Morgens Morgens startet mein Tag für die Schule um 5:50 Uhr, ich mache mich dann erstmal fertig. Um 6:15  Uhr gehe ich in die Gruppe und frühstücke mit einer Betreuerin und ein paar Mädchen, die auch gerade unten sitzen. Ich frühstücke meistens bis 6:40 Uhr. Im Anschluss putze ich noch schnell meine Zähne und laufe danach zum Bus, der um 6:51 Uhr zu meiner Schule fährt. Mein Unterricht beginnt um 7:30 Uhr. Mittags Um 12:35 kommt mein Bus, der mich wieder nach Hause in den Hüls bringt. Ab 13:30 Uhr gibt es dann Mittagessen. Das Mädchen, was Mittagsküchendienst hat, deckt den Tisch und richtet das Essen auf dem Tisch her. Bis 14:00 Uhr essen wir, danach haben wir eine halbe Stunde Pause bis 14:30 Uhr. Im Anschluss haben wir Lernzeit bis 15:30 Uhr. Ab 15:30 Uhr fahre ich los nach Kielburg, weil ich da reiten mit den Pferden habe. Mein Reiten fängt um 16:00 Uhr an und geht bis 17:20 Uhr. Danach fahre ich wieder zurück in den Hüls, wo ich meist um 18 Uhr wieder ankomme. Dann gehe ich duschen. Abends Nach dem Duschen esse ich. Mittwochs können wir von 18:00-20:00 Uhr frei zum Abendbrot essen was wir wollen. Manchmal kommt es sogar vor, dass die Betreuer mal mit uns zu Mc Donalds fahren um essen vom Taschengeld zu holen, für die Mädchen die so etwas zum Abendessen wollen. Ab 18:00 Uhr kann man seine Dienste wie Baddienst, saugen u. wischen unten (Esszimmer und Flur) anfangen. Dann haben wir noch ein Abendküchendienst, der die Küche sauber macht, den Müll rausbringt und meist Essen vom Mittag wegschmeißt. Um 21:30 Uhr fängt die Zimmerzeit an, wo wir langsam zur Ruhe kommen und schlafen gehen.

Mein Dienstag in der Schulzeit

Morgens: Ich stehe morgens um 5:45 Uhr auf, mache dann mein Bett und räume mein Zimmer auf. Dann mach ich das Rollo hoch und mein Fenster auf und dann mach ich mich fertig und dann gehe um 6:30 Uhr runter zum Frühstück. Dann gehe ich um 6:50 Uhr nach oben und putze Zähne, im Anschluss warte ich auf mein Taxi, dass mich zur Schule bringt. Dann habe ich 8 Stunden Schule. Mittags: Ich habe Nachmittagsunterricht von 13:45 bis 15:15 Uhr. Dann werde ich nach Hause  gefahren. Wenn ich wieder im Hüls bin melde ich mich zuerst bei den Betreuerinnen und bring meine Schultasche nach hoben. Ich rede mit den Betreuerinnen über meinen Schultag, wie dieser war und dann setze ich mich in den Garten oder mache andere Sachen, wie Medien nutzen oder was spielen. Das kommt immer drauf an, worauf ich Lust habe. Wir können auch rausgehen oder uns mit Freunden treffen oder dem Freund. Du kannst hier alles Fragen, wie z.B. kann ich am Wochenende bei einer Freundin schlafen. Abends: Dienstags ist immer unser Frischwurst- Abend um 18:30 Uhr. D.h. an diesem Tag geht am Nachmittag vor dem Abendessen ein Mädchen los um Frische Wurst- Aufschnitte bei der Fleisch- und Käsetheke zu holen. Dazu gibt es Brötchen, entweder holen wir frische oder Aufbackbrötchen. Nach dem Abendessen mache ich meine Dienste, wenn ich welche habe, dann geh ich nach oben und ordne meine Schultasche. Meistens gehe ich danach duschen. Um 20:30 Uhr mach ich zum Beispiel noch mein Stickerplan und dann spiele ich manchmal noch etwas mit den Mädchen oder den Betreuerinnen, oder auch alle zusammen. Manchmal reden wir auch einfach mit den Mädchen untereinander und trinken mal einen Tee zusammen. Um 21.30 gehe ich ins Bett und dann ist mein Tag auch beendet. Das war mein Alltag

Mein Dienst mit Nacht – Luna Begleithund, Beagle, 4 Jahre

Morgens werde ich an der Tür mit einem Lächeln im Gesicht und freudiger Stimmen der Mädchen empfangen. Sie kraueln mich dann oft und geben mir ein Küsschen. Dann laufe ich erstmal in der Gruppe rum und gucke wer so da ist. Dann entscheide ich mich oft, dass ich von der einen oder anderen noch eine intensive Streicheleinheit brauche- weil ich sie vermisst habe oder sie mir schon oft gutes getan hat. Dann ist manchmal vor dem Mittagessen nicht so viel Action, da gehe ich dann ins Büro und leg mich zu meinem Frauchen und schlafe etwas. Ab und zu werde ich nochmal aktiv und setze mich auf dem Schoß eines Mädchens, falls diese gerade im Büro sitzt und weint. Dann werde ich immer ganz doll gestreichelt und es geht ihr besser. Beim Mittagessen darf ich nicht mit am Tisch sitzen, aber ich liege dann in meinem Körbchen in der Gruppe und bin mit allen zusammen im selben Raum. Manchmal kann man mein Schnarchen hören, während alle anderen essen.Nach dem Mittagessen macht ein Mädchen immer den Küchendienst- leider werde ich immer weggeschickt, wenn ich bei der Spülmaschine helfen möchte. Wenn die anderen Mädchen in die Pause gehen, würde ich am liebsten hinterher und mich auch ins Bett kuscheln- ich muss dann in der Zeit ins Büro und halte da mein Nickerchen. Nach der Pause beginnt aber wieder ein wenig Action für mich. Ein Mädchen geht mit mir raus spazieren, und zwar ohne mein Frauchen. Manchmal gehen sie eine Stunde mit mir, manchmal auch nur kurz oder auch 2 Stunden. Ich darf dann flitzen, buddeln, Leckerlies bekommen, ohne dass ich etwas dafür tun muss und manchmal versuche ich auch in den Bach zu hüpfen. Die Mädchen wurden aber scheinbar von meinem Herrchen darauf vorbereitet, die haben das nämlich gut im Blick, dass ich nicht jedes Mal baden gehe. Danach gucke ich immer wer gerade so was macht im Haus. Manchmal spielen sie mit mir, werfen Spielzeug durch die Gegend oder ich liege mit ihnen faul im Wohnzimmer und wir kuscheln. Abends füttern mich die Mädchen auch immer. Bei der Nachtrunde darf ich entscheiden, ob ich mitkomme und die Mädchen im Zimmer besuche. Sie wollen dann immer das ich bleibe und bei ihnen schlafe, das erlaubt mein Frauchen aber nicht. Danach gehe ich mit meinem Frauchen ins Zimmer und schlafe bei ihr in meinem Korb. Morgens bin ich dann meistens als erste wach, weil ich irgendwas höre. Dann lässt mein Frauchen mich raus und ich flitze kurz durch die Flure und gucke wer schon wach ist, dann freue ich mich immer ganz doll, wenn ich ein Mädchen wiedersehe. Wenn sie morgens frühstücken, bin ich dann auch bei ihnen in der Gruppe. Leider darf ich dann nichts von ihrem Brot haben, aber ich bekomme essen, Leckerlies und viele Streicheleinheiten. Dann verabschiede ich mich von den Mädchen und werde wieder ganz viel geknuddelt und muss leider mit meinem Frauchen nach Hause fahren- sie könnte eigentlich auch mal ohne mich nach Hause fahren, ich komme mit den Mädchen im Hüls schon ganz gut zu recht.

 Verselbstständigung – WG Ocholt

Hilfe! Ich werde erwachsen! Cool, ich darf nach Ocholt ziehen! Die Trainingsphase beginnt. Mein Handy bleibt 24/7 bei mir. Ich darf bis 22 Uhr draußen bleiben, mich vom Essen abmelden, habe nur noch einen – mir persönlich zugeteilten – Dienst. Mein Zimmer wird nicht mehr auf Sauberkeit kontrolliert, genauso wenig wie meine Hausaufgaben. Oh man… das kann ja nur gut werden! Nach meiner ersten Woche in Ocholt: Hilfe, ich bin noch zu jung – holt mich hier raus! Erstmal völlige Überforderung. Ich muss mich über SIGNAL an & abmelden, Termine vereinbaren, ohne Weckdienst aufstehen. Niemand sagt mir, dass ich ins Bett gehöre. Ich habe keine Lernzeit mehr. Kurzzeitige (manchmal dauert sie auch länger) Amnesie hat mich vergessen lassen, wie ich mein Zimmer sauber halten kann. Oh man, hätte ich gewusst, dass Erwachsen werden so anstrengend ist, hätte ich mir da noch Zeit mit gelassen. Wie schön war doch die Zeit, in der mein Tag so schön vorstrukturiert war. Jeden Mittag stand leckeres Essen auf dem Tisch. Hier muss ich es mir selbst kochen. Und es sogar zuvor noch selbst einkaufen. Wie in der Steinzeit: Erst jagen, dann essen. Und ob es dann wirklich schmeckt, ist noch die andere Sache. Ganz schön herausfordernd dieses selbstständig werden. Meine neuen Herausforderungen teile ich erstmal meiner Bezugsbetreuerin mit. Ach ne! Die habe ich ja gar nicht mehr! Was soll ich denn nun machen? Tief durchatmen. Niemand hat gesagt, dass es einfach wird. Aber cool sollte es werden. Noch fühle ich das nicht so ganz, aber da komme ich sicher noch hin! Ich nehme die Herausforderungen, die das Erwachsen werden mit sich bringt an – Challenge accepted! Und unterstützt werde ich dabei von netten Mädels, die fühlen, was ich fühle und auch mal da waren, wo ich jetzt bin. Und auch von den Betreuerinnen, von der zwar keine „nur mir“ gehört, aber die dafür da sind, dass ich mich zurechtfinde. Und wenn ich das dann geschafft habe, kann ich richtig stolz auf mich sein und die Vorteile des Erwachsenwerdens genießen. Und wenn ich dann ausziehe, denke ich daran zurück, wie einfach das Erwachsen werden war. Das Erwachsen sein ist nämlich nochmal eine ganz andere Hausnummer! Hilfe ich bin zu jung – lasst mich wieder rein!

Ferienfreizeit

Jedes Jahr im Sommer fahren wir als Gruppe in eine Stadt oder einen Ferienort und bleiben dort für 2 Wochen. Man bekommt die Möglichkeit, sich eine Wunschperson aufzuschreiben, mit der man auf ein Zimmer will, da man sich zu zweit ein Zimmer teilt. Es kommen immer 2 Betreuerinnen mit, die sich Aktivitäten überlegen, die wir uns überlegt haben oder wo die Betreuerinnen wissen, dass sie uns gefallen könnten. Letztes Jahr waren wir in Bad Windsheim, dort haben wir ein Schloss besucht, etwas über die Kultur gelernt und eine Rundführung bekommen, dazu durften wir uns wie Prinzessinnen fühlen. Außerdem waren wir bei der Highline 179, das ist eine hohe Hängebrücke in Österreich, wo wir die Chance hatten rüber zu laufen. An den ganz warmen Tagen waren wir auch an unterschiedlichen Orten schwimmen. Wir waren in der Franken Therme, es war richtig schön und entspannend, es gab da unterschiedliche Becken mit unterschiedlichem Salz-Anteil und die Möglichkeit, sich mit einer Paste einzuschmieren, damit die Haut besser wird. Wir waren auch in der Innenstadt, um ein bisschen zu shoppen und die Orte besser kennenzulernen und wir waren zweimal essen.